Marc C. Theurillat

Marc C. Theurillat auf einem Baugerüst stehend.

«Wir alle sollten Verantwortung übernehmen». Marc C. Theurillat tut das: Er hat in der Nordwestschweiz in unzähligen Bauprojekten, aber auch im Gesundheitswesen, getreu diesem Motto wegweisende Lösungen gefunden.

Baupionier der 2000-Watt-Pilotregion Basel

Unter dem gelben Unterstand steht ein brandneues weisses Elektrobike. Es sticht ins Auge und der Besitzer ist sichtlich stolz darauf. Nachdem er eine Zeit lang mit dem Solarmobil unterwegs war, hat er das E-Bike kürzlich, als Ergänzung zum Hybridauto, angeschafft.

Marc C. Theurillat hofft, dass seine Lebenspartnerin bald in das sanft renovierte, 95 Quadratmeter grosse Reiheneinfamilienhaus einziehen wird. Vorbereitet ist es. Er hat Sonnenkollektoren für das Warmwasser installiert, geheizt und gekocht wird mit Erdgas. Elektrogeräte finden sich nur wenige im Haus, denn die Reduktion des Energieverbrauchs ist ihm ein wichtiges Anliegen. Die Ferien verbringt das Paar deshalb in der Schweiz.

Als Vorstand in einem Konsumentenverein tätigt Marc C. Theurillat seine Einkäufe – wie er sagt – «stur» nur im Quartierladen. Dieser hat ein gutes Demeter-Sortiment und am Samstag findet auf dem Basler Tellplatz jeweils ein Markt mit lokal hergestellten Demeter-Frischprodukten statt. Fleisch steht nur selten auf dem Menüplan.

Wissen weitergeben

«Ich bewirke am meisten, wenn es mir gelingt, ein Projekt auf Nachhaltigkeit umzupolen», ist Theurillat überzeugt. «Das hat eine wesentlich grössere Wirkung als mein persönlicher Haushalt». Als Bauingenieur mit ETH-Diplom leitete Marc C. Theurillat in jungen Jahren eine regional tätige Bau- und Immobilienunternehmung. Seit 1999 gibt er seine reichen Erfahrungen in nachhaltigem Bauen als Unternehmer und Baufachmann an andere Unternehmer und Entscheidungsträger weiter.

Der Club of Rome, ein anthroposophisches Elternhaus und die 1968er-Jahre haben ihn geprägt. Die Vorlesung über den 'Historischen Materialismus' hat ihn der Anthroposophie näher gebracht; weil hierbei nicht nur Technik, sondern auch Kultur, Sozialökonomie, Pädagogik, Landwirtschaft, Medizin und Wirtschaft ein stimmiges Ganzes bilden. „Haben oder Sein“ von Erich Fromm thematisierte damals die Grundentscheidung, vor der wir alle stehen.

Nachhaltigkeit ist aus Theurillats Sicht nur Teil eines Gesamtkonzeptes und Effizienz ist ein Hilfsmittel, das ohne entsprechende Wertvorstellungen wirkungslos ist. «Wollen wir in einer unvollkommenen Welt unsere Zukunft schöner und besser gestalten, ist dies ein kultureller Akt und nicht nur eine Kosten-Nutzen-Optimierung», sagt Marc C. Theurillat. Auch für die 2000-Watt-Gesellschaft müssen deshalb Kultur und Werte im Vordergrund stehen; dies gilt insbesondere auch für Unternehmer.

Nachhaltiges Gesundheitswesen in Basel und in Burundi
 

Nicht nur in der Bauwirtschaft, sondern auch im Gesundheitswesen lässt Marc C. Theurillat seine Überzeugungen einfliessen. Trotzdem verfolgt er seine Ziele «situativ und pragmatisch». Als Präsident des Stiftungsrats der Merian-Iselin-Klinik in Basel, als ehemaliger Verwaltungsrat der Arzneimittel- und Kosmetikfirma Weleda AG und in weiteren Stiftungsräten im Gesundheitswesen setzt sich Marc C. Theurillat ständig für Verbesserungen im Sinne der Nachhaltigkeit ein.

Zweimal jährlich fliegt er nach Burundi. Das «ökologische Dilemma» der weiten Flugreise nimmt er aus der Überzeugung auf sich, dass Nachhaltigkeit – und die 2000-Watt-Gesellschaft – ein globales Konzept sind. Die lokalen Verantwortlichen der Diözese Gitega, die das Kinderheim Kezakimana führen, schult er in Managementfragen und unterstützt sie nachhaltig in Buchhaltung.

Balkendiagramm zum Energiekonsum von Marc C. Theurillar verglichen mit dem Konsum Schweiz

Energiekonsum in Watt pro Jahr von Marc C. Theurillat im Vergleich zum Schweizer Durchschnittsverbrauch

Starker Wärmeschutz für Häuser mit Stil

Altbau in geschlossener Häuserzeile, kaum sichtbar energetisch saniert.

Wie kann der Energieverbrauch eines Jugendstilhauses bis auf Minergie-Standard reduziert werden? Auf diese Frage hat Marc C. Theurillat eine überzeugende Antwort gefunden: Der Aerogel- Wärmedämmputz. Das Haus an der Güterstrasse 81 wurde im Rahmen der 2000-Watt-Pilotregion Basel im Jahr 2014 saniert. Dank dieser stark verbesserten und platzsparenden Wärmedämmung konnten der architektonische Charakter des Hauses erhalten und der Energieverbrauch markant reduziert werden.

Weitere Informationen zum Hochleistungsdämmputz

Erstes Minergie-P-Mehrfamilienhaus für Basel

Dreistöckiges Mehrfamilienhaus, sichtbar gut isoliert

Auf Initiative von Marc C. Theurillat wurde 2007 das erste Basler Mehrfamilienhaus im Minergie-P-Standard gebaut. Die fünf Wohnungen des CosyPlace werden mittels einer Erdsonden-Wärmepumpen-Anlage geheizt und im Sommer gekühlt. Mit Messungen hat die Fachhochschule Nordwestschweiz das Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner untersucht und ihren Einfluss auf den Energieverbrauch in einer Studie festgehalten. Toffol/ Rapp Architekten AG.

Weitere Informationen zum Gebäude CosyPlace
  

Wirtschaftspower für Burundi

Situation auf der Strasse in Burundi, mehrere Frauen, Männer und Kinder, alle bunt gekleidet.

Der politisch und konfessionell neutrale Verein Kezakimana unterstützt die Pflege und Wiedereingliederung von aidskranken und vom Krieg traumatisierten Waisenkindern in Burundi. Marc Theurillat hat seit 2012 zusammen mit seiner verstorbenen Frau Elisabeth Geld für drei Kinderheime, Schulen und Stipendien, den Aufbau eines Selbstversorgerbauernhofes, eine Trinkwasserversorgung, ein Gesundheitszentrum und eine Buchhandlung gesammelt. Damit schafft er in Zusammenarbeit mit engagierten lokalen Frauen und Männern die Basis für sozial und wirtschaftlich nachhaltige lokale Entwicklungen.