Monika Hungerbühler

Monika Hungerbühler steht in der Offenen Kirche Elisabethen, die hier als Restaurant genutzt wird.

Glücklich wird nicht, wer nur für sich allein oder für die eigene Familie schaut, davon ist Monika Hungerbühler überzeugt. Daheim wie bei der Arbeit in der Offenen Kirche Elisabethen setzt sie sich deshalb für mehr Gemeinsamkeit und weniger Ressourcenverschleiss ein.

Vom Glück in der Schweiz geboren zu werden

Nicht allen steht auf dieser Welt gleich viel zur Verfügung. «Manche müssen sich mit sehr wenig begnügen, andere haben von allem massenhaft», sagt Monika Hungerbühler. Dabei sei es doch zufällig, ob man in der Schweiz oder in Burkina Faso geboren wurde, ob man wohlhabend oder bettelarm ist. Vielen Menschen sei das bewusst. «Sie wollen etwas tun, für den Frieden, für die Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung», stellt die Theologin fest.

Dieses Engagement zeigt sich in der Offenen Kirche Elisabethen, deren Co-Leiterin sie ist. Veranstaltungen zu einem fairen Umgang mit den Ressourcen stossen auf grosses Interesse. Die Frauenkleidertauschbörse mit Stilberatung, Modeschau und Musik zum Beispiel ist ein Erfolg. Dabei finden auch die Informationen der Erklärung von Bern regen Anklang, welche Kleidermarken sozial und ökologisch verantwortungsvoll produzieren.

Tauschen und gewinnen

Dass es nicht um Verzicht, sondern um Gewinn geht, erfahren jeweils auch Hunderte von Kindern bei der Geschenk-Tausch-Aktion. Sie findet in der Adventszeit statt und richtet sich an Drei- bis Zehnjährige. Wer teilt, wird beschenkt: Jedes Kind stellt zwei Spielzeuge zur Verfügung, die es nicht mehr braucht. Dafür erhält es einen Gutschein. Sind dann alle eingesammelten Sachen in der Kirche ausgelegt, kann man sich damit ein «neues» Spielzeug aussuchen. Die andere Hälfte der Gutscheine geht an Kinder aus einkommensschwachen Familien. «Die Tauschaktion macht den Kindern jeweils grossen Spass», erzählt Monika Hungerbühler. Zugleich bietet sie ihnen ein Übungsfeld für einen nachhaltigen Lebensstil und regt zu Gedanken über Verteilungsgerechtigkeit an.

Auch zu Hause achtet Monika Hungerbühler auf Nachhaltigkeit. Sie kauft lieber weniger, dafür langlebigere Produkte, die verantwortungsvoll produziert wurden, selbst wenn sie etwas teurer sind. Die längere Lebensdauer wiege den Mehrpreis weitgehend auf, sagt sie. Mit ihrem Mann und den beiden erwachsenen Kindern wohnt sie in einer Viereinhalbzimmer-Mietwohnung mit 150 Quadratmetern. Bewusst wird dort Strom gespart, die neuste Generation von LED-Lampen sorgt für eine so wohlig wie energieeffiziente Beleuchtung.

Mit dem Camper zum Bodensee

Zur Arbeit fährt sie mit dem Velo. Ihr Mann hält es ebenso, gerne geht er auch mal zu Fuss. Für weitere Distanzen nutzen die beiden den öffentlichen Verkehr – oder die Vespa. «Und neulich haben wir uns mit einem kleinen Occasions-Bus, den wir als Wohnmobil nutzen, einen alten Traum erfüllt.» Damit geht es zum Beispiel an den Bodensee. Das Fahrzeug steht auch Freunden und für Transporte zur Verfügung.

Kilometer frisst die Familie damit nicht, weite Distanzen oder gar andere Kontinente üben keinen besonderen Reiz auf sie aus. Lieber pflegt Monika Hungerbühler Freundschaften vor Ort: «Manche sind mit ihrem Leben nicht zufrieden und hangeln sich sehnsuchtsvoll von Ferien zu Ferien», sagt sie, «ich habe aber das Glück, dass ich meine Arbeit und meinen Alltag erfüllend finde und dabei mit vielen tollen Menschen Kontakt habe.» Innerhalb Europas reist sie dennoch gerne – für ein verlängertes Wochenende in Hamburg kürzlich bewusst mit dem Zug, trotz dreifachem Preis gegenüber dem Flugzeug. Doch ökologisches Verbesserungspotenzial ortet die Mittfünfzigerin durchaus: bei ihren zwei bis drei Europaflügen pro Jahr.

Balkendiagramm zum Energiekonsum von Monika Hungerbühler verglichen mit dem Konsum Schweiz

Energiekonsum in Watt pro Jahr von Monika Hungerbühler im Vergleich zum Schweizer Durchschnittsverbrauch

Lego gegen Barbie

Flyer der Geschenktauschaktion; abgebildet ist eine Art Bastelbogen, aus dem man unterschiedliche Kleider ausschneiden und unterschiedlichen Personen anziehen kann.

1998 fand in der Offenen Kirche Elisabethen die erste Geschenk-Tausch-Aktion statt. Seither teilen Kinder bis zu zehn Jahren jedes Jahr wieder ihre Spielsachen mit anderen. Das Prinzip ist einfach: Ein Kind gibt zwei nicht mehr gebrauchte Spielzeuge und kann sich am Geschenk-Tausch-Tag kurz vor Weihnachten ein anderes Spielzeug aussuchen.

Zug statt Flugzeug

Symbole für Zug und Flugzeug sind an eine graue Wand geheftet; eine Frau zeigt mit ihrem rechten Arm auf den Zug.

In welchem Ausmass kann ich die Umweltbelastung durch die Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen? Und wie wirkt sich das auf die Reisezeit sowie den Preis aus? Solche Fragen beantwortet der vom Verkehrsclub der Schweiz VCS empfohlene Online-Rechner Route Rank. Man gibt die Strecke ein und kann die Ergebnisse mit einem Klick auf die entsprechende Spalte nach Zeit, Umweltbelastung oder Preis sortieren. Beispiel: Flugreise Basel-Hamburg samt Weg zum/vom Flughafen: 149 kg CO2, Reisezeit 4h52. Bahnreise: 38 kg CO2, Reisezeit 6h35.

Die Crux mit der Mode

Mildes Herbstlicht; eine junge Frau in grünem Sommerkleid lehnt an der Balustrade aus Stein, vermutlich auf der Terrasse eines herrschaftlichen Hauses. Sie schaut uns an.

Wer sich nicht einfach von kurzlebigen Marketingtrends verführen lässt, sondern beim Einkaufen bewusst entscheidet, kann viel gegen die verbreitete Wegwerfmentalität tun – gerade bei Kleidern. Die «Wahrheit hinter Modemythen» will beispielsweise die Fair-Fashion-Kampagne der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern aufzeigen.